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Archive für Oktober 2008

Wilde Premiere

Wilde Endproben fesselten in den letzten Tagen meine Aufmerksamkeit - und heute wagen wir uns an das Licht der Öffentlichkeit. Um 19.30 Uhr hat (Wilde) Mann mit den traurigen Augen von Händl Klaus im Malersaal des Theater Oberhausens Premiere, ein moderner Thriller um das Verlöschen der Identität. Regie führt Simone Eisenring, es spielen Anna Polke, Mohammad-Ali Behboudi, Björn Gabriel, Caspar Kaeser und Klaus Zwick.

Hinter der Schwelle wartet das Abenteuer

Gestern habe ich den Schritt in die Ungewissheit vollzogen: Ab kommenden Sommer bin ich ein freier Mann. Nach vier Jahren als Regieassistent in der Festanstellung wechsel ich Mitte 2009 in die Selbständigkeit. Ich mache das mit gemischten Gefühlen, denn der Neustart am Theater Oberhausen hat mich überzeugt, dass die neue Leitung um Peter Carp auf dem richtigen Weg ist. Ich möchte diesen Weg in der Zukunft auch weiterhin unterstützen, allerdings ist mir ebenfalls klar, dass Assistieren alleine mich nicht weiterbringt. Zu anderen Premieren fahren? Kontakte pflegen? Anderes Theater erleben? Wird schwierig, wenn man durch Proben und Vorstellungsdienst meistens davon abgehalten wird. Und wenn sich dann ein freier Abend abzeichnet - ich bin ehrlich, dann komme ich selten auf den Gedanken, diesen damit zu verbringen, ins Theater zu gehen.

Kurz: Hallo, Welt! Ab Sommer kann ich viele Angebote annehmen. Meine Kontaktdaten stehen im Impressum.

Vollkommen ungewiss ist meine Zukunft zudem nicht, aber auch nicht so gewiss, dass ich an dieser Stelle meine geheimen Meisterpläne offenlegen möchte. (Noch hege und pflege ich sie leise vor mich hinkichernd in einer kleinen, dunklen Kammer.) Gewiss ist nur, dass im nächsten Jahr ein neues Abenteuer beginnt und ich mich auf die Herausforderungen freue - zumal ich treue Verbündete an meiner Seite weiß.

Die Lesebox

Beim Stöbern im Internet, eigentlich auf der Suche nach etwas völlig Anderem, habe ich die readbox entdeckt, eine “Plattform für unabhängige Lesekultur”. In dieser Community können sich Autoren registrieren und ihre Bücher publizieren. Diese können nicht nur als Print gekauft werden, sondern auch als pdf und in vielen anderen gängigen digitalen Formaten. Auch Kleinverlage bieten hier ihr Sortiment an. Jeder registrierte User kann die Bücher bewerten und Empfehlungen abgeben.

Um ein Buch zu veröffentlichen, muss der Autor ein PDF einreichen, das gewisse Richtlinien erfüllt. Die Veröffentlichung als Druckwerk und E-Book selbst ist kostenlos. Laut eigenen Informationen liegen die Honorare für Autoren bei 18% für Printausgaben und 30% für E-Books.

Sehr witzig finde ich den Kasten, der per Zufall die ersten Worte auf einem Buch anzeigt und diese zum entsprechenden Werk verlinkt. Zudem kann man in die Werke reinlesen und auch reinhören.

Auf dem ersten Blick macht readbox einen sehr interessanten Eindruck und das Konzept, unabhängige Autoren und Verlagen eine Plattform zu verschaffen und dabei die Vorzüge der digitalen Medien zu nutzen, ist löblich. Ich werde mich auf jeden Fall weiter damit auseinandersetzen und bin auf andere Meinungen gespannt.

Tanzende Frauen - im Zwielicht

Auf der Spielemesse gab es auch das Cover von Bardensang und Gaukelspiel zu bewundern. Auch für mich war es ein erster Blick. Ich finde es nicht uninteressant und bin deutlich zufriedener als bei Wetterleuchten, aber es scheint dieses Jahr wie ein Fluch, dass meine Vorstellungen nicht ihren Weg in die reale Umsetzung finden.

Bardensang und GaukelspielDas Cover zeigt zwei tanzende Frauen auf einem Stein, im Hintergrund sieht man ein paar Zelte vor einer Stadt. Digital ist die Farbgebung gelungener als bei dem Ausdruck, der am Messestand ausgehangen wurde - dort hielt ich die beiden Frauen auf dem ersten Blick für Statuen, was mich arg irritierte. Doch ich finde, dass die Szenerie im morgendlichen Zwielicht ein wenig zu dunkel geraten ist. Vor allem aber ist mir das Cover für eine Anthologie, die Bardensang und Gaukelspiel verspricht, zu ruhig und friedlich geraten - zu unspektakulär.

Aber ich möchte es nicht schlecht reden, denn bei eingehender Betrachtung versprüht es einen ganz eigenen Charme und fängt eine spezielle Atmosphäre ein - nur eine etwas andere, als ich sie mir vorgestellt habe.

Apropos Cover: Natürlich wurden auch andere Cover prästentiert. Mit einem Klick auf den Namen könnt ihr sie euch in groß ansehen:

  • Pilgerpfade (mystische Abenteueranthologie zum Regelband Wege der Götter, zu der ich das Abenteuer Spiegelseelen beigesteuert habe; obwohl vielen das Cover zu grell oder zu futuristisch ist - manche sprechen von “scheiße” und “ungeheuerlich” -, mag ich es tatsächlich; es ist anders, aber nicht schlecht)
  • Rittererbe (Abenteueranthologie zur bornländischen Regionalspielhilfe Land des Schwarzen Bären)
  • Wahl der Waffen (Abenteueranthologie zum Regelband Wege des Schwerts)
  • Tractatus contra Daemones (Hintergrundband zu den Niederhöllen und den Dämonen, der sich - ähnlich wie das myranische Codex Monstrurum - als ‘aventurischer’ Aufsatz präsentiert mit ausgegliedertem Regelwerk im Anhang)
  • Myranische Magie (Regelwerk zum Magiesystem auf dem aventurischen Schwesternkontinent Myranor)

Die Cover zur Regionalspielhilfe Reich des Roten Mondes und der Überarbeitung von Staub und Sterne waren auch auf der Messe zu betrachten und sind auch bald im Netz zu betrachten. Reich des Roten Mondes fällt sehr klassisch aus (und erinnert ein bisschen an das Cover von Die Tage des Namenlosen). Es weiß schon jetzt zu gefallen, wird nach Aussage von Redakteur Stefan Küppers aber noch leicht überarbeiten. Auch Staub und Sterne ist sehr gelungen.

Das Schwarze Auge im Kino?

Ich war sehr überrascht, als ich wiederholt auf den kommenden DSA-Kinofilm angesprochen wurde - von mehr als Fanfilmen wusste ich nicht und auch unsere Verlagsleitung ist sehr überrascht gewesen (da die DSA-Lizenz aber recht weit gestreut ist, ist das nicht unbedingt verwunderlich). Tatsächlich verhandelt eine Produktionsfirma namens Omniamedia nach eigenen Angaben seit 2003 über einen möglichen Film und hat auch schon einzelne Gespräche mit der Redaktion geführt (die allerdings noch nicht weit gegangen sind). Auf der Messe präsentierte Omniamedia dann eine Ankündigung zu einem Film namens Svartland, über dem das DSA-Logo prangt. Nach eigenen Angaben ist die rechtliche Lage ebenso offen die das Drehbuch, bis 2011 will man das Projekt aber realisiert und in den Kinos haben.

Ein deutscher Fantasy-Film? Auch - oder besser: gerade - wenn dies im Zeichen von DSA geschieht, bin ich skeptisch bis beunruhigt. Zwar wird der Dungeons & Dragons-Film löblicherweise als Negativbeispiel angeführt, aber über den Etat, der dort verpulvert wurde, kann man hierzulande nur vergeblich warten. Was mich auch vorsichtig stimmt: Die Macher des Films sind selber LARPer (für alle rollenspielferne Leser dieses Blog: die bezeichnet das Submilieu der Live-Rollenspieler, die in Gewandung und mit Schaumstoffwaffen durch den Wald rennen) und wollen DSA-Spieler in den Film integrieren. Das ist sicherlich kostengünstig und spart die Anfertigung vieler neue Kostüme, in dem man auf den liebevollen Fundus der LARPer zurückgreift, doch ich hoffe, diese Option wird vorrangig für Massenszenen verwendet, und dass die Sprechrollen Profis überlassen werden.

Es gibt ein Interview zu Svartland, das Jens Matheuszik geführt hat, und das man unter diesem Link anschauen kann.

Messerückblick

Bevor ich heute in andere fiktive Welten zurückkehre, nämlich jenen des Theaters, möchte ich noch auf das Wochenende zurückblicken. Die Spielemesse in Essen ist überstanden und gestern fand ich endlich auch die Gelegenheit, ein wenig mehr zu bummeln. Natürlich habe ich mehr Geld ausgegeben, als ich eigentlich wollte, war jedoch im Vergleich zu den letzten Jahren sehr sparsam.

Ich beginne mit der kleinen Schwester der Spiel, der Comic Action. Diese scheint mir von Jahr zu Jahr kleiner zu werden und hat mich gestern kaum zum Verweilen eingeladen. Ich bin ein wenig durch die Stände gebummelt und habe dann tatsächlich nur einen(!) Comicband gekauft: Den Sammelband Fall 1152 der Miniserie Mouse Guard. In liebevollen Zeichnungen wird die Geschichte dreier Mäusewächter erzählt, die einen verschwundenen Händler suchen. Dieses Jahr wurde die Serie - zu der es auch die Fortsetzungen Winter 1152 und demnächst Black Axe: 1099-1116 gibt - in zwei Kategorien mit dem Eisner Award ausgezeichnet. Ich kannte die Serie vorher nicht und ich stieß eher zufällig auf das Buch - und hatte Glück, war es doch das letzte, das schon längst verkauft gewesen wäre, wäre es nicht unter einen anderen Stapel gerutscht.

Bleiben wir bei den Nagetieren, denn ich habe mir auch ein neues Rollenspiel zugelgt: Ratten! ist ein modernes, schnelles Rollenspiel, das von dem Projekt Kopfkino entwickelt. Ratten! wurde als kostenloses Internetprojekt entwickelt und wird mittlerweile von Prometheus Games herausgegeben. Dennoch ist Ratten! noch vollständig frei erhältlich (und zwar hier) und wird im Netz weiterentwickelt. Wer aber etwas für das Bücherregal haben möchte und solche Projekte gerne unterstützt, kann auch die gedruckte Fassung kaufen.
Bei Ratten! spielt man - Ratten. Die Spielwelt ist die Rattenburg, ein leer stehendes Kaufhaus, das von den Erbauern verlassen wurde. Was aus den Menschen, die in der Mythologie der Ratten fortleben, geworden ist, ist nicht festgelegt und der Phantasie des Spielleiters (hier “Rattenmeister” genannt) überlassen: Sind die Menschen ausgestorben, hat eine Epidemie sie in Zombies verwandelt oder haben sie bloß das Kaufhaus aufgegeben? Mit 12 DIN-A5-Seiten Regelwerk, vier Spielattributen und ein paar rattigen Tricks ist das Spiel schnell erlernt und die erste Ratte bald geboren. Es stehen verschiedene Rotten zur Auswahl, denen eine Ratte entstammen kann, etwa die neugierigen Laborratten, die abgesottenen Müllschlinger, die fanatischen Brandratten oder die Taucher, wahre Wasserratten.
Der Reiz des Spiels besteht darin, die Welt aus der Sicht einer Ratte zu schildern, auch wenn diese ein wenig vermenschlicht sind. Gerade die Umschreibung anderer Tiere (”Glotzer” für Kröten, “Zischer” für Schlangen, “Langohr” für einen Hasen) oder der ‘Artefakte der Erbauer’ (etwa der “Kasten des Lebens”) macht viel Spaß.
Abgerundet wird das erste Buch noch durch ein kleines Abenteuer. Für 11€ kann man hier wahrlich nicht meckern.
Ich habe mir auch gleich die Erweiterung Ratten!! (mit zwei Ausrufezeichen) zugelegt, die mich dann vollständig von dem Spiel überzeugt hat. Im Gegensatz zu Erweiterung anderer Rollenspiele gibt es hier nicht einen Wulst zusätzlicher Regeln, nur ein paar wenige optionale Ergänzungen. Statt dessen konzentriert sich das Buch auf neue Rotten und neue Kreaturen wie die Vielaugen und Bluttrinker. Das letzte Drittel von Ratten!! stellt dann ein neues, alternatives Setting vor: Ratten im Weltraum! Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht anders konnte, als schon bei diesem Titel zuzuschlagen.
Die Rattenburg ist hier eine verlassene Raumstation, es gibt eine neue, spezielle Rotte, mögliche Mutationen für Ratten und als gefährlichste Gegner natürlich Affen. Der zweite Band kostet 12€.
Ich bin auf ein erstes Spiel mit meiner Runde gespannt. Ratten! erfüllt meine Ansprüche an ein Spiel für Zwischendurch (ähnlich wie Das Monster aus der Spätvorstellung), in das man sich schnell eingefunden hat und in einem ungewöhnlichen Setting viel Spaß haben kann.

Letztlich nicht gekauft, obwohl ich lange mit mir gehadert habe, habe ich zwei Rollenspielbücher, die mich alleine optisch sehr gereizt haben. Zum einen war da Private Eye, ein Detektiv-Rollenspiel im viktorianischen England, ganz im Stil von Sherlock Holmes. Private Eye ist mittlerweile in der 4. Auflage erschienen und hat seinen Reiz darin, dass es das Übernatürliche ausklammert und den Spielfiguren die Möglichkeiten zur Verfügung stehen, die auch Holmes hatte. Die Regeln sind dementsprechend sehr einfach gehalten, zum Lösen der Abenteuer, gespielte Krimis, braucht man vor allem sein Köpfchen. Das Grundregelwerk ist so vor allem mit Hintergründen zu den kriminalistischen Möglichkeiten des Jahres 1887 gefüllt und liefert auch noch die Beschreibung des damaligen Londons und seiner wichtigsten Figuren. Abgerundet wird der Band durch eine großformatige, wirklich sehr schöne Londonkarte, die alleine schon zum Kauf reizt.

Zum anderen gab es Opus Anima, wie Ratten! ebenfalls von Prometheus Games. Zu dem Spiel an sich kann ich recht wenig erzählen, doch alleine die Aufmachung des Grundregelwerkes, das in Essen neu erschienen ist, ist ein optischer Leckerbissen und die Zeichnungen sind wirklich phantastisch. Am ehesten kann man das Spiel, das sich dem “grotesken Horror” verschrieben hat, noch in die Kategorie Steampunk packen. Es spielt auf einer fremden Welt, die durch einen Krieg zersprengt wurde und deren Einzelteile nun von einer seltsamen Kraft zusammengehalten wird. Als Angehöriger eines von vier Völkern versucht man nun seine Seele wiederzuerlangen.

Beide Bücher kosten jeweils fast 40€ und lohnen sich schon zum Schmökern und Anschauen.

Meine 40€ habe ich dann aber doch in etwas anderes investiert: Die neue deutsche Auflage von Talisman, einem der legendärsten Brettspiele. Hier vermischen die Grenzen zwischen Rollenspiel und Brettspiel, wenn einige Helden aufbrechen, um die Krone der Herrschaft zu erlangen. Ganz wie man es aus dem Rollenspiel kennt, sammelt die Figur Erfahrungen, entwickelt sich, sammelt Schätze und gewinnt Mitreisende. Die neue Auflage gefällt mir leichten Regeländerungen, vor allem aber mit einer passenden Spielfigur zu jedem Helden - und: Krötenfiguren! Wer also nun eine gefürchtete Krötenkarte zieht und sich für die nächsten Spielrunden nur noch hüpfend über das Spielfeld bewegt, hat nun auch die passende Figur dafür.
Für mich war die Entscheidung klar, Talisman zu kaufen, das ich schon seit Jahren haben will, das es aber auch seit Jahren nicht mehr gibt. Die letzte deutsche Version erzielt bei ebay dreistellige Summen, was mir dann doch etwas zuviel des Guten ist. Auch hier hatte ich Glück, denn als ich mich endlich durchgerungen hatte, zuzuschlagen, gab es nicht mehr viele Exemplare.

Als letztes fand dann noch das kleine Spiel Chigago Gangsters Einzug in meine Sammlung, das bei Truant Spiele erschienen ist und sich somit auch im Sortiment des Ulisses-Standes befand. Dies ist ein schnell erlerntes, schnell gespieltes Kartenspiel, bei dem jeder Spieler eine Gangsterbande übernimmt und dadurch gewinnen muss, die anderen Banden auszuschalten - sei es, dass er einen Doppelauftrag erteilt, einen Bandenkrieg anzettelt oder eine Vendetta startet. Mit Hilfe von Polizeischutz, Bündnissen oder Familieneinfluss kann man versuchen, seine Gangster von der Abschussliste zu bekommen, während man denen der anderen Bande nachstellt.

Damit möchte ich meinen Rückblick an dieser Stelle schließen und mich bei allen Bedanken, die meine Anwesenheit am Stand nicht auf das bloße Verkaufen reduziert haben. Ich habe ein paar sehr interessante Gespräche mit DSA-Spielern führen können und hilfreiche Erkenntnisse gewonnen, wie sich Das Schwarze Auge weiterentwickeln könnte. Ich habe natürlich keine Entscheidungsgewalt, aber es gibt mir genug Stoff, um konstruktive Diskussionen in unseren Listen anzuregen.

Drachenkult und Messestress

Notiz an mich: Arbeit auf der Messe im Vorfeld gründlichen prüfen, wenn ich mich in den Endproben befinde.

Heute habe ich meinen ersten Tag auf der Spiel’08 in Essen verbracht. Leider habe ich von der eigentlichen Messe nicht viel mitbekommen, das werde ich aber morgen nachholen. Dafür habe ich viele liebe Menschen getroffen, die ich sonst recht selten sehe. Allerdings habe ich mich zeitweise wie in einem Tunnel gefühlt und ich habe auch nicht das Empfinden, tatsächlich sechs Stunden dort gewesen zu sein. Doch 6 Tage vor einer Premiere schaltet man nicht gleich von Theater auf Messe um. Ich denke, morgen wird es deutlich anders aussehen und ich hoffe, man hat mir eine gewisse Zerstreutheit nicht zu deutlich angemerkt.

Heute kann ich auch nicht viel über die Messe schreiben, nur über DSA. Zur Spiel ist Der Kult der goldenen Masken erschienen, ein Abenteuer zum erfolgreichen Computerspiel Drakensang, das auch gleich das Logo des Spiels auf dem Cover trägt. Der Softcoverband beinhaltet nicht nur ein kurzes Abenteuer, das einen Nebenplot des Computerspiels aufgreift, sondern auch Kurzregeln und Archetypen, um sofort mit dem Spielen loszulegen. Infokästen sollen beim Einstieg in das Hobby Rollenspiel helfen.

In erster Linie richtet sich das Produkt an Neulinge, die durch Drakensang angefixt sind, aber ich denke, dass wie beim Spiel auch hier alte Hasen auf ihre Kosten kommen werden. Den Inhalt konnte ich bis jetzt nur überfliegen, er scheint mir aber sehr solide.

Auffallend ist, dass das Abenteuer vollfarbig ist, wie auch die Basisregeln. Das Artwork wurde vorrangig von dem Computerspiel übernommen, zwecks Wiedererkennungswert, allerdings finde ich das nicht immer gelungen.

Trotzdem macht der Band, ohne ihn bisher einer sehr gründlichen Prüfung unterzogen zu haben, einen guten Eindruck. Eine sehr gute Idee und ein richtiger Weg, um Interessenten für Das Schwarze Auge zu gewinnen. Ich bin gespannt, ob dieser Band ein One-Shot bleibt oder ob weitere Bände folgen.

Übrigens: Natürlich haben wir (trotz fraglichem Cover) auch viele Exemplare Wetterleuchten verkauft. Und wo ich gerade bei ihm stand, habe ich Patrick Götz von Ulisses gefragt, wie es um die versprochene Spielhilfe Die Schrift der Herzöge steht: Wenn die Messe überstanden ist, wird diese bald zum Download im Internet erscheinen.

Spielt mehr!

Heute (in etwas über 3 Stunden) beginnen die Internationalen Spieltage SPIEL’08 in Essen. Vier Tage lang kann man wieder neue Gesellschaftsspiele ausprobieren oder alte für sich neu entdecken. Im Rahmen der Spiel findet auch die Comic Ation 2008 statt, Pilgerort für Comicsammler und Filmliebhaber. Kurzum: Ich bin dieser Tage in Essen gut aufgehoben.

Jetzt bin ich allerdings auch in den Endproben von (Wilde) Mann mit den traurigen Augen, so dass ich nur eingeschränkt in Essen sein werde. Der morgige Tag ist noch ziemlich offen, allerdings trifft man mich mit großer Sicherheit am Samstag und Sonntag am Stand von Ulisses Spiele.

Einblick ins eigene Werk

Manchmal ist es schwer als Autor zu warten, wenn das eigene Werk schon erschienen ist und andere darüber reden, man selbst es aber noch nicht in den Händen hält, weil das Belegexemplar noch nicht den Weg zu einem gefunden hat. Da ich mich aber heute ohnehin, jeglichen Stolz überwindend, in das spätnachmittägliche Gedränge des Centros werfen musste - jenem Ort also, den Dante grob im dritten und vierten Höllenkreis beschrieb -, nutzte ich die Gelegenheit für einen Abstecher in die Buchhandlung. (Viele Möglichkeiten, an Rollenspiele heranzukommen, gibt es in Oberhausen nicht, aber um DSA steht es immer noch besser als um andere.) Dort blätterte ich also in Wetterleuchten.

Für mich ist das immer ein spannender Moment, kenne ich das Abenteuer doch nur als unformatierten Fließtext mit für Uneingeweihte vielleicht kryptisch anmutenden Layoutanweisungen. Der Satz ist ansprechend gelungen, doch noch neugieriger war ich auf die neuen Illustrationen. Unter diesen finde ich keinen Ausfall, auch wenn manche Zeichnungen von unseren Wünschen abweichen. Unglücklich bin ich eigentlich nur über das Bild, das eine gewisse Ritterin im Duell mit einer gewissen Kreatur zeigt - der Helm, der neben ihr im Gras liegt, gehört auf ihren Kopf, denn ihre Identität ist nun einmal nicht bekannt. Auch wenn die Zeichnung darüber keinen Aufschluss gibt, ist es doch ärgerlich, wenn Wunsch/Vorlesetext und Illustration an solch entscheidenden Punkten voneinander abweichen.

Über das Cover habe ich bereits geschrieben. Leider erzielt es auch in gedruckter Form nicht die erzielte Wirkung. Ich teile aber auch nicht die Meinung, dass es eines der schlechtesten aller Cover ist, die Komposition stimmt einfach nicht - und vielleicht haben Daniel und ich da auch falsch gedacht. Aber eines muss man ihm lassen: Es fällt ins Auge. Und mitunter reicht das schon, dass man sich damit beschäftigt.

Es gibt auch schon erste Besprechungen und Meinungen zu der Anthologie. The Roach hat in seinem Spieleblog Roachware eine ausführliche Kritik verfasst und kommt zu den Fazit:

Schon das erste Abenteuer [Strom der Feinde] wäre für sich die elf Euro sicherlich wert, die anderen drei kann man ohne weiteres als ‘nette Dreingabe’ betrachten. Gewisse Railroading-Effekte sind – gerade bei den drei kleineren Abenteuern – im Text nicht zu vermeiden: man geht deutlich davon aus, dass die Helden nicht nur Helden im Sinne eines Protagonisten sind (nach dieser Definition wäre auch MacBeth der Held des gleichnamigen Tehaterstücks), sondern Helden im klassischen Sinne. Unter dieser Voraussetzung sind die Abenteuer aber sehr spielbar und dürften für eine Reihe erfreulicher Spieleabende sorgen.

Zu Strom der Feinde heißt es ganz konrekt:

Wenn man dann das erste Abenteuer durchliest, in dem ein Weidener Adliger dringend der Hilfe durch die Helden bedarf, staunt man, was man alles aus dem – von manchen als ‘ausgelutscht’ und ‘langweilig’ bezeichneten Weidener Landen und Sagen machen kann. Ohne hier gleich zu viel spoilern zu wollen, muss ich doch sagen, dass dies Abenteuer hervorragend für alle geeignet ist, die die Weidener Lande und das Gebiet direkt nördlich davon lieben.

Ich bin immer sehr interessiert an Meinungen zu Abenteuern, an denen ich mitgeschrieben habe. Gerade Spielberichte interessieren mich sehr. Wer also die Muße verspürt, (nicht nur zu Wetterleuchten) einen Spielbericht zu schreiben, darf mir gerne eine Email schicken.

Wetterleuchten erschienen

Schon meine Mutter fragt mich sorgenvoll, warum auf diesem Blog so wenig Neues zu lesen ist. (Keine Angst, sie hört auch auf klassischem Weg von mir und ist nicht auf den Blog angewiesen, um zu wissen, wie es um ihr einziges Kind steht.) Doch die Proben zu (Wilde) Mann mit den traurigen Augen (Premiere am 31. Oktober im Malersaal) nehmen mich gerade ebenso in Beschlag wie die Planungen zur diesjährigen Bilstein-Con (dazu später mehr) und die Vorbereitungen zu Projekten, über die ich noch nicht spreche.

Da habe ich es auch ganz verschlafen, mich hier über das Erscheinen der Anthologie Wetterleuchten zu freuen, die ich zusammen mit Daniel S. Richter herausgebe und die seit dem 15. Oktober erhältlich ist. Das hole ich jetzt nach und freue mich!