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- 2.3.2010: 9 in einem
- 24.2.2010: Noch einmal richtig laut
- 24.2.2010: Viele Zuschauer suchen eine Inszenierung
- 16.2.2010: Atemübungen am Donnerstagabend
- 13.2.2010: Ausatmen
- 6.2.2010: Tief Luft holen
- 5.2.2010: Atemübungen: Die Presse (vorher)
- 4.2.2010: Atemübungen: Das Team
- 3.2.2010: Atemübungen: Die Musik
- 2.2.2010: Atemübungen: Das Stück
Allgemeines
Das Schwarze Auge
Kunst und Kultur
Atemübungen: Das Team
Nach einer sehr zufriedenstellenden Hauptprobe gestern Abend legen wir heute eine kleine Pause ein: Es wird gestreikt im öffentlichen Dienst und auch das Theater bleibt geschlossen. Aber ich bin ein Freund des Arbeitskampfes, auch wenn uns zwei Trainingseinheiten verloren gehen. Heißt nicht das alte Sprichwort: “Wer probt, ist feige”?
Wir werden die Zeit für ein Produktionsbrunch nutzen. Bevor ich mich nun daran mache, meine Wohnung auf Vordermann zu bringen, gehe ich noch einmal durch, wen ich gleich alles erwarte – und stelle die Beteiligten gleich einmal vor.
Angela Falkenhan lernte ihr Handwerk an der Hochschule für Musik und Theater in Zürich, ebenso wie Caspar Kaeser. Beide sind Preisträger des Oberhausener Theaterpreises – ich ebenfalls, man kann uns also durchaus als Preisträger-Produktion bezeichnen. Angela und Caspar werden in den Rollen Sie und Er zu sehen sein. Caspar und ich sind Wiederholungstäter, bereits in den Produktionen Messer in Hennen sowie Nothing is static, everything is falling apart haben wir erfolgreich zusammengearbeitet.
Zu den beiden gestellt sich Gabriela Ryffel. Über ihre Rolle, die im ursprünglichen Stück nicht existiert, möchte ich an dieser Stelle noch nicht zuviel verraten. Gabriela hat jüngst ihren Abschluss im Studiengang Musical an der Folkwang Hochschule in Essen gemacht und ist zur Zeit auch im Theater Hagen als Hexe in Into the woods sowie in Westside Story zu sehen. Bei den Proben zu Into the woods haben wir uns auch kennengelernt.
Der vierte auf der Bühne ist Alessandro Marra, ein junger Musiker aus Oberhausen, der mit dem Spiel seiner Gitarre für die richtige Atmosphäre sorgt. An dieser Stelle kann ich gar nicht genug Patricia, Katrin und der Brause danken, ohne denen der Kontakt zu Alessandro wahrscheinlich nie zustande gekommen wäre.
Den Raum hat wie stets Stefanie Dellmann gestaltet. Wie stets war es eine helle Freude, mit ihr zusammenzuarbeiten – und dieses Mal hat sie mit sehr wenigen Mitteln etwas wirklich Besonderes in den Raum gestellt. Vortrefflich eingekleidet wurden die Schauspieler dieses Mal von Anna Igniativa, die als Kostümbildnerin ihr Debüt am Theater Oberhausen gibt und dort seit dieser Spielzeit als Ausstattungsassistentin zuständig ist. Anna hat nicht nur einen treffenden Geschmack für die richtige Gewandung – da sie selbst Russin ist und auch das russische Original von Sauerstoff kennt, konnte sie uns wertvolle Hintergrundinformationen über den kulturellen Hintergrund aus der Entstehungszeit des Stückes geben.
Auch wenn er gleicht nicht beim Brunchen dabei ist, will ich unseren Dramaturgen Tilman Raabke nicht unerwähnt lassen, mit dem man stets angeregt über das Stück diskutieren konnte.
Der letzte im Bunde ist Pascal Nöldner, seines Zeichens Hospitant, Inspizient, Souffleur, Kaffeefee und treue Seele.
Weitere Danksagungen, umfassend und niemanden außer Acht lassend, gibt es nach der Premiere. Jetzt überlasse ich Baudelaire ein weiteres Mal das Wort:
Was macht nur Gott mit diesem Meer der Flüche,
Das Tag für Tag zu seinem Throne schwillt?
Wie ein Tyrann, von Fleisch und Wein gestillt,
Schläft er bei dem Geheul der Lästersprüche.Der Opfer Schrei’n auf grauser Marterstatt
Scheint er wie holden Symphonien zu lauschen,
Denn trotz der Ströme Bluts, die um ihn rauschen,
Wird seine Wollust nicht der Greuel satt.Denkst, Jesus, du an jenes Ölbergs Schatten,
Wo kindlich du dein Flehn ihm dargebracht,
Der hoch im Himmel deiner Qual gelacht,
Als sie den zarten Leib durchbohrt dir hatten?Befleckt, bespien deine Göttlichkeit,
Als dir das Gassenvolk mit frechem Hohne
Aufs Haupt gespießt die spitze Dornenkrone,
Aufs Haupt, das einer Menschenheit du geweiht;Da, als du hingst von schwerer Qual zerbrochen,
Am Kreuze hoch, die Arme ausgereckt,
Das bleiche Antlitz schweiß- und blutbedeckt
Durchbohrt wie eine Scheibe und zerstochen,Gedachtest du da milder Tage Schein,
Da du auf laubgeschmückten, sonnigen Wegen,
Auf sanftem Maultier zogst der Stadt entgegen,
Ein heiliges Gelübde zu erneu’n?Da aus dem Tempel du im Zornesglanze
Die Händler jagtest, niedrig’ Volk der Gier,
Und da du König wardst? – Hat nicht Reue dir
Das Herz durchbohrt noch vor der scharfen Lanze?– Wahrlich, ich meide gerne dies Geschlecht,
Dem Traum und Tat nie eins zu sein begehrte,
Kämpf’ ich, so fall’ ich auch mit meinem Schwerte!
Petrus verleugnete den Herrn mit Recht.—Baudelaire, »Die Verleugnung des heiligen Petrus«