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Archiv der Kategorie Der Theatermacher

Das richtige Stück für die Problematik

Die ganze Welt
bis in die hintersten Winkel
ist einem durch absurde Gesetze vergällt

So poltert der Theatermacher Bruscon in dem gleichnamigen Stück von Thomas Bernhard - eben jenes Stück, das ich diese Spielzeit am Theater Oberhausen inszenieren werde. Der Plan, den Steffi und ich dafür ausgeheckt hatten: Wir lassen das Stück in der Unterbühne spielen, in den Eingeweiden des Theaters. Tja, und da kam uns, na wer wohl, dazwischen? Richtig, die Feuerwehr! Eben jener Berufsstand, dem Bruscons besondere Abneigung gilt, wollen sie ihm durch die für das Gelingen seiner Menschheitskomödie absolut wichtige Ausschaltung des Notlichtes am Ende des Stückes nicht erlauben. (Übrigens eine Diskussion, die immer wieder am Theater geführt wird.)

Nun trifft uns die Unnachgiebigkeit der Versammlungsstättenverordnung, denn die Notausgangstüren der Unterbühne sind 30cm zu schmal. Damit sind Aufführungen aber nicht erlaubt, allenfalls Führungen. Es ist mitunter schon ein seltsames Land, in dem wir leben.

Zum Glück können Steffi und ich mit solchen Rückschlägen gut umgehen und habe eine neue Idee entwickelt, die vielleicht sogar eine Spur genialer ist als die ursprüngliche. (Natürlich nenne ich sie jetzt nicht, schließlich habe ich so einen ausgezeichneten Cliffhanger. )

Herr Bruscon, ein paar Worte für die Nacht!

Wenn wir klar denken
müssen wir uns umbringen

Herr Masberg macht Theater

Ich habe in der letzten Zeit viel über Rollenspiele geschrieben, nun wird es wieder Zeit, mich dem Theater zuzuwenden. Letztens habe ich schon angekündigt, bald den Schleier zu lüften, den ich über mein nächstes Theaterprojekt gelegt hatte; ich wollte nicht vorgreifen. Jetzt zupfe ich aber an dem Schleier und reiße ihn mit großer theatralischer Geste davon: Anfang nächstes Jahres inszeniere ich am Theater Oberhausen Thomas Bernhards Der Theatermacher, ein Projekt, das schon länger durch meinen Kopf geistert und mit dem ich Intendant Peter Carp überzeugen konnte.

Ich möchte Bernhards bissige Parodie auf das Theater und seine Schaffenden nicht auf klassische Weise erzählen. Die Inszenierung, die am 5. Februar 2009 Premiere haben wird, taucht ein in die Eingeweide des Theaters und führt den Zuschauer in die Welt der Unterbühne. Dort begegnet er einem gestrandeten Bruscon, der sich weigert, seiner Kunst in einer kunstfeindlichen Welt zu entsagen. Diesen Monolog spielt Hartmut Stanke, den ich sehr schätze und den ich für meine Idee des Theatermachers gewinnen konnte.

Seit heute befindet sich auf der Homepage des Theater Oberhausens auch ein Eintrag zu dem Stück. Auf unseren Weg in die Unter(bühnen)welt begleiten uns Steffi Dellmann (Bühne), Mona Ulrich (Kostüme) und Rüdiger Bering (Dramaturgie).

Noch in diesem Jahr beginne ich mit der Konzeption und ersten Proben, die eigentlichen Proben beginnen im Januar nach der Premiere von Altweibersommer (bei dem Hartmut als John Knox mitspielt und ich assistiere). Wie schon Messer in Hennen werde ich auch diese Produktion mit meinem Blog begleiten.

Übrigens: Hartmut lädt morgen um 21.00 Uhr in die b.a.r zu einer Lesung von Patrick Süskinds Die Taube. Wie jeden Dienstag beginnt im Vorfeld um 20.00 Uhr die happy hour.

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