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Allgemeines
Das Schwarze Auge
Kunst und Kultur
Archiv der Kategorie Messer in Hennen
Letzte Gelegenheiten
6.6.2008 von admin.
Bedingt durch den Intendantenwechsel müssen wir uns von vielen tollen Inszenierungen verabschieden - unter anderem auch von meinen. *räusper* Wer also in der nächsten Woche abends frei hat und gut unterhalten werden möchte, dem empfehle ich:
- 10. Juni, 19.30 Uhr, Spielstätte ‘Malersaal’: David Harrowers Messer in Hennen, ausgezeichnet mit dem Oberhausener Nachwuchspreis 2008 für Caspar Kaeser als Gilbert Horn; ebenfalls sehenswert: seine gleichsam preiswürdigen Kollegen Claudia Fritzsche und Jan Kämmerer sowie die wahrlich sinnliche Bühne von Stefanie Dellmann
- 11. Juni, 19.30 Uhr, Spielstätte ‘Malersaal’: Lutz Hübners preisgekröntes Jugendstück Das Herz eines Boxers geht in die vorletzte Runde der ebenfalls preisgekröntes Inszenierung (Nachwuchspreis 2007 für Regisseur Michael Masberg). Mit dabei: Jürgen Mikol (”Alles Atze”) und Josef Simon
- Und wem das nicht reicht, für den läuten wir am 12. Juni um 11.00 Uhr die Extrarunde von Das Herz eines Boxers ein. Dieses Mal mit auf der Bühne: Michael Masberg … Da diese Vorstellung aufgrund einer Gruppenanfrage aufgenommen wurde, weiß ich nicht, ob und wie viele Karten im Freiverkauf erhältlich sind, unsere Theaterkasse (0208.8578-184) kann da aber sicherlich weiterhelfen - auch bei Reservierungen für die anderen Vorstellungen.
Ebenfalls zum letzten Mal: An der Arche um acht (7.6.), Blick zurück im Zorn (8.6.), Bob Dylan … Like a rolling stone (12.6.), Der Besuch der alten Dame (11.6.), Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch (13.6.), Die Physiker (6.6.), Die Ratten (8. und 14.6), Gierig nach Lirich (10.6.), Leben des Galilei (13.6.), Von Maus und Mond, oder: Wer ist der Größte? (8.6.), Zur Schönen Aussicht (7.6.).
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Theaterpreis für “Messer in Hennen”
1.6.2008 von admin.
Einmal im Jahr verleiht der Freundkreis des Theater Oberhausens e.V. den Oberhausener Theaterpreis. Neben drei Jurypreisen gibt es auch einen Nachwuchspreis und einen Publikumspreis. Sehr überraschend hat heute Morgen bei der diesjährigen Verleihung Messer in Hennen einen Preis abgreifen können - eigentlich dachte ich, dass die Inszenierung bereits “außer Konkurrenz” lief, so spät, wie wir zur Premiere kamen. Aber nein: Caspar Kaeser wurde für seine Rolle als Gilbert Horn mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet. Das freut mich außerordentlich, an dieser Stelle noch einmal meine herzlichsten Glückwünsche an Caspar. Und wer sehen möchte, wie er sich den Preis verdient hat, hat am 10. Juni zum letzten Mal Gelegenheit dazu.
Der Publikumspreis ging an Martin Müller, was mich ebenfalls sehr freut. Die drei Jurypreise wurden wie folgt vergeben: Der 3. Preis für Kathrine von Hellermann für das Bühnenbild von Blick zurück im Zorn, der 2. Preis für Torsten Bauer (und seine Rollen in Blick zurück im Zorn und Besuch der alten Dame) und der 1. Preis an … Johannes Lepper! Unser scheidender Chef wurde für seine Inszenierung von Die Ratten ausgezeichnet.
Meinen Glückwunsch an alle Preisträger!
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Die öffentliche Meinung III
23.5.2008 von admin.
Tatsächlich ist am 15. Mai noch eine Kritik zu Messer in Hennen nachgerutscht, dieses Mal von Klaus Stübler für die Ruhr Nachrichten:
Schwarz wie Erde, weiß wie Mehl
Vom Pflüger und seiner Frau samt einem “bösen” Müller erzählt der schottische Dramatiker David Harrower in “Messer in Hennen”. Sein viel beachtetes Debütstück von 1995 kommt so märchenhaft wie archaisch-ländlich daher. Beides unterstreichen Regisseur Michael Masberg und seine Bühnenbildnerin Stefanie Dellmann bei ihrer Neuproduktion im Malersall des Theater Oberhausens. Schwarz wie Erde ist die Welt des Pflügers auf der linken Bühnehälfte, weiß wie Mehl die des Müllers rechts. Dazwischen ein trennender Wassergraben.
Es geht um Neid, Hass, Angst und das Böse, um Glauben und Aberglauben, um die Suche nach Erkenntnis und um geistigen Fortschritt. Dabei steht der Pflüger für das Festhalten an antiquierten Traditionen - und der Müller für Fortschritt und Intellekt. Die Frau aber bildet das Bindeglied zwischen beiden. Angetrieben wird sie von ihrer Suche nach rechten Worten und Begriffen, durch welche sie hofft, Gottes Schöpfung besser zu verstehen. “Alles, was ich tun muss, ist Namen hineinzustoßen in das, was das ist”, sagt sie, “so wie ich mein Messer in den Magen einer Henne stoße.”
Jan Kämmerer gibt den Pflüger entstirnig-geradlinig, grobschlächtig und bestimmt. Caspar Kaeser als Müller ist ein dünnes weißes Männlein mit Spitzengang und Krallenhänden. Die Rolle der Frau scheint Claudia Fritzsche auf den Leib geschrieben: Facettenreich lebt sie die Entwicklung der Figur vom treuen Weiblein bis zu Gattenmörderin. Das Timing stimmt, das Spiel ist intensiv und beklemmend: 90 Theaterminuten, die sich lohnen.
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Die öffentliche Meinung II
13.5.2008 von admin.
An dieser Stelle darf ich noch einmal nachlegen, dieses Mal kommt die WAZ durch Lena Kamps zu Wort:
Liebe siegt über die dörfische Spießigkeit
Zwei Welten, zwei Männer und eine Frau, die zwischen diesen schwankt. Auf der Grenze, in einer klaren Pfütze. Doch für sie ist es keine Pfütze, denn Pfützen sind in ihrer Vorstellung voll mit Brackwasser. Sie versucht die Worte zu differenzieren, findet keine passenden. Zu eng ist ihre Welt. Die Welt ihres gott- und abergläubigen Dorfes, die Welt ihres Ehemannes Pony- William (Jan Kämmerer). Ein Pflüger wie er im Buche steht: groß, kräftig, mit groben Händen, die sie packen, wenn sie etwas tut, was ihm nicht passt. Sie soll ihm zur Verfügung stehen, sein Feld sein, gesund und fruchtbar, allzeit bereit zum beackern und besamen.
Doch in ihr verbirgt sich fast noch ein Kind, das für andere unnütze Dinge wie einen Schatz sammelt. Claudia Fritzsche füllt diese Rolle perfekt aus: leidenschaftlich schmiegt sie sich an den Acker.
Als sie eines Tages das Korn zur Mühle bringen muss, begegnet sie dem Müller (Caspar Kaeser), eine weiße Gestalt, den böse Gerüchte und angeblicher Zauber umhüllen wie Mehlstaub. Bühnenbilderin Stefanie Dellmann hält seine Welt völlig weiß, fast klinisch. Er lebt mit Worten, der Phantasie und aufrichtigen Gefühlen. Caspar Kaeser lässt das Publikum und die junge Frau sich zuerst vor dem Müller ekeln. Er faucht und läuft mit fast spastisch anmutenden Bewegungen. Dann entdeckt man in ihm den klugen, verletzlichen Menschen.
Regisseur Michael Masberg versteht es diese Lücke zwischen Sprache und Realität auf den Punkt zu bringen. Am Ende siegen Sex, Crime and Love über Aberglaube, Gottesfurcht und dörfische Spießigkeit.
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Die öffentliche Meinung
12.5.2008 von admin.
Während wir alle noch auf die morgige Zeitung warten, ist DerWesten bereits so nett und gibt uns einen Einblick in die NRZ von morgen zu geben - und in die erste Kritik zu Messer in Hennen:
Altbekanntes und Neues
Beeindruckende Premiere im Malersaal und erlebenswert: “Messer in Hennen” von David Harrower.William stampft, Gilbert schleicht. Williams Umgebung ist weich und erdbraun, die von Gilbert kantig und weiß. William ist den fleischlichen Genüssen nicht abgeneigt, Gilbert liebt es, seinen Geist zu fordern. Die beiden Kunstfiguren, die David Harrower geschaffen hat, könnten kaum schärfer voneinander abgegrenzt sein. Ein Graben trennt ihre Welten. Was sie verbindet, ist eine Frau, die sich zu beiden hingezogen fühlt. . . Für die kleine, feine Inszenierung von “Messer in Hennen” gab’s bei der Premiere am Freitag für Regisseur Michael Masberg und das Ensemble viel Applaus.
Dass der Malersaal des Theaters nicht ausverkauft war, wird an den widrigen Umständen gelegen haben. Die Produktion ist ganz kurzfristig - für nur vier Aufführungen - auf den Spielplan genommen worden, und feierte Premiere vor einem langen Wochenende, an einem biergartentauglichen Abend, an dem auch noch RWO und “Kiss” in Oberhausen spielten: Das ist wirklich harte Konkurrenz. Nicht ganz so fatal wie die zwischen William und Gilbert allerdings.Inniges Verhältnis
William ist der Pflüger des Dorfes. Das Gerücht, mit seinen Pferden verbinde ihn ein besonders inniges Verhältnis, hat ihm den Beinamen “Pony-William” eingebracht. Seine Frau will er jedenfalls nicht in den Stall lassen, und auch andere Einblicke möchte er ihr verwehren: “Bleib bei dem, was du weißt. Das ist das Beste.” Müller Gilbert, zu dem William die junge Frau mit seinem Korn schickt, sieht das ganz anders. Auch wenn er erstmal sehr seltsam und beängstigend wirkt, hilft er ihr, das zu benennen, was es sonst noch gibt. “Das bin ich”, erkennt sie nach einer Nacht mit ihm.
Rollen sind bestens besetzt
Mit funkelnden Augen spielt Claudia Fritzsche die junge Frau, gibt sie voller Lebenshunger und voller Wissensdurst: Mit ihrer Neugier überwindet sie den Graben zwischen dem sicheren, Altbekannten und dem unheimlichen Neuen. Diesen Gegensatz verkörpern Jan Kämmerer als tumber, grobschlächtiger William und Caspar Kaeser als feingeistiger Gilbert hervorragend.
Die vierte Rolle in Masbergs mit Musik und Projektionen akzentuierte Interpretation von Harrowers Kunst-Stück spielt Stefanie Dellmanns Bühne: Auf kleinem Raum schafft sie im Malersaal Platz für eine ganze Landschaft, in der die Nuancen, die es zwischen William und Gilbert als Enden des Spektrums gibt, herumfliegen können - flüchtig wie Mehlstaub oder schwer wie Wassertropfen.
Weitere Aufführungendes Stückes gibt es am 15., 21. Mai und 10. Juni.
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… und nach der Premiere?
9.5.2008 von admin.
Wie es sich so liest, finde ich schon eine einnehmende Beschäftigung darin, einen Beitrag nach dem anderen in den Blog zu schreiben. So bin ich immerhin von der Straße und mache keinen Unsinn.
Die groß angekündigte Premierenfeier im Studiofoyer findet nicht statt - nicht dort, denn wir haben uns die Rauchbar gekrallt, die jetzt Rauschbar heißt, woran ich mich nie gewöhnen werde. Jeder Zuschauer ist herzlich eingeladen, nach der Premiere zusammen mit uns in der Rau(s)chbar zu feiern, aber auch jeder Gast, der es vielleicht nicht in das Stück geschafft hat.
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Countdown [T-0]: Die schrecklichen Stunden bis zur Premiere
9.5.2008 von admin.
Gemeinhin nimmt man wohl an, dass die quälendsten Momenten einer Theaterproduktion jene kurz vor der Premiere, mehr noch aber die kurze Stille nach dem Schlussblack und vor dem Applaus sind. Hier sehe ich mich genötigt, mit einem weit verbreiteten Aberglauben aufzuräumen. Viel mehr Qual bereiten die Stunden, die man auf den Abend wartet. Für mich als Regisseur ist die Arbeit mit der Generalprobe von gestern abend gewissermaßen getan. Unser Stück liegt jetzt vertrauensvoll in den Händen der Schauspieler. Das heißt nicht unbedingt, dass ich mir jetzt nutzlos vorkomme, aber es ist schon so, dass außer Zurücklehnen und Warten nicht viel für mich bleibt.
Deswegen ist der Tag der Premiere auch einer, an dem man alles Mögliche unterbringt, unter dem Vorwand, dass man jetzt endlich mal die Zeit dafür hat, vorrangig aber, um sich beschäftigt zu halten.
Was steht also für mich heute auf dem Plan?
- Wohnung aufräumen und putzen
- im Theater noch ein paar Details für die Premierenparty klären
- Einkaufen fahren (ja, wieder einmal hat sich ein gewisses Versorgungsdefizit aufgetan, ein paar Lebensmittel musste ich gestern auch erschlagen)
- Steffi mit zum Einkaufen nehmen und dann unseren Beitrag für das kleine Büffet leisten
- durch das Internet surfen (immer mal wieder)
- Playlisten für meinen iPod basteln, da ich in Ermanglung eines DJs heute Abend eine iPod-Party machen
- in die Sonne setzen und lesen
- zum Sport gehe, diese Option aber wieder verwerfen
- Premierengeschenke vorbereiten
- Bügeln, damit ich etwas zum Anziehen habe
- überlegen, ob ich im Anzug oder mit Badehose zum Applaus komme
- überlegen,mit was ich diese Liste noch alles ergänzen kann
Meine CDs für diesen Tag liegen auch schon bereit. Vorrangig werde ich heute hören: The Devil And God Are Raging Inside Me von Brand New (vor allem Degausser, das ich schon die ganze Woche vor jedem Durchlauf gehört habe, um mich auf einen erträglichen Level runterzubringen), On Avery Island von Neutral Milk Hotel, Waterloo to Anywhere von Dirty Pretty Things. Dazu (immer wieder gerne genommen) die Zufallsliste im iPod, um mich auch überraschen zu lassen.
ToDo: mich beschäftigt halten (siehe oben) | Überprüfung der Lichtkorrekturen | Premiere | während die Premiere läuft: im Falstaff sitzen und mich betrinken | nach der Premiere: Premierenparty (Vorhaben aus dem Falstaff konsequent fortführen
Ein kleiner Vorgeschmack: ein kleines, aber wirklich nur klitzekleines Szenenphoto, aufgenommen von meinem Survivalpartner aus Frankreich, Axel J. Scherer himself

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Messer in Presse
9.5.2008 von admin.
Die Früchte unseres kleinen Pressegespräches lassen sich ab heute in der Zeitung, im Internet (hier und da) oder nachfolgend in meinem Blog nachlesen:
Für die WAZ schrieb Michael Schmitz:
Stück des Jahres
Teller gewaschen, Gemüse geschnibbelt. 1997 wird das erste Stück des schottischen Autoren David Harrowers von der Fachzeitschrift „theater heute” zum Stück des Jahres gekürt. „Messer in Hennen” hat am morgigen Freitag um 19.30 Uhr im Malersaal des Theaters Premiere. Michael Masberg, der schon seine erste größere Regierarbeit am Theater, „Das Herz eines Boxers”, mit Fingerspitzengefühl in Szene setzte, führt Regie. Ein Dorf auf dem Lande. Ein Pflüger und seine junge Frau, eine Landarbeiterin, fristen ein karges, hartes Dasein. Sie sind gottgläubig und abergläubisch gleichermaßen, vor allem wenn im Dorf die Gerüchteküche kokelt um diesen seltsamen Müller, der gar ein Mörder sein soll. Eines Tages begegnet sie diesem, lernt ihn ganz anders kennen. Als einen gar liebenswerten Menschen, der es schafft, dass sie die Welt und vor allem sich selbst auf einmal ganz anders sieht. Da geht es um Selbstfindung und Selbstbehauptung gleichermaßen, da geht es um Rückwärts oder Vorwärts. Und natürlich immer auch um die Liebe mit ihren ganzen Verirrungen. „Wenn ich die Welt beschreibe”, zitiert Damaturgin Julia Dina Heße den Autoren, „kann ich sie besser verstehen.” Einig ist sie sich mit ihrem Regisseur, dass das Stück ein komplexes, schwieriges Thema behandelt, ohne es wie einen tonnenschweren Mühlstein über die Geschichte zu legen. Es gebe drei Menschen mit einer Beziehung zwischen Sex and Crime, lebendig erzählt. Es gebe zwei Männer mit unterschiedlichen Welten, und sie flirre zwischendrin herum. Das will Stefanie Dellmann auch mit ihrer Bühne deutlich machen, zwei Welten, hier der Pflüger und die Frau, dort der Müller, die irgendwann aber sinnlich zusammenfließen – Erde und Wasser. Auch die Kostüme von Claudia Radowaski sind gewissermaßen in zwei Welten geschneidert, passen sich – zeitlos – an die Handlung an. » Die morgige Premiere ist bis auf wenige Restkarten ausverkauft.
Monika Idems verfasste uns in der NRZ folgende Ankündigung:
Messer in Hennen
Wenn sie alles möglichst genau benennen kann, denkt die junge Landarbeiterin, wenn sie treffende Namen so in die Dinge stoßen kann wie sie “Messer in Hennen” stößt, dann kann sie ihre Umwelt besser verstehen. Ob sie recht hat, wird sich heute Abend zeigen - wenn mit Michael Masbergs Inszenierung des Stücks von David Harrower die letzte Premiere dieser Spielzeit im Malersaal gefeiert wird.
Als Autor war der schottische Dramatiker Anfang der 90er nicht sehr erfolgreich; tatsächlich als Tellerwäscher habe er sich durchgeschlagen, erzählt man sich. Dann “Messer in Hennen”: 1995 in Edinburgh uraufgeführt und 1997 in der Baracke des Deutschen Theaters in Berlin erstmals in Deutschland gezeigt, wählten es die von der Fachzeitschrift Theater Heute befragten Kritiker zum besten ausländischen Stück des Jahres.
Zwischen zwei Männern auf Identitätssuche
Die junge Frau steht zwischen zwei Männern: ihrem eigenen, dem grobschlächtigen Pony-William (Jan Kämmerer), der sein Geld als Pflüger verdient und dem Müller Gilbert Horn (Caspar Kaeser), der ein Außenseiter ist und doch ganz anders, als ihn die Dorfgemeinschaft immer dargestellt hat. Und sie ist auf der Suche nach ihrer Identität. “Wo bin ich in der Welt?”, sei eine zentrale Frage des Stücks, sagt Regisseur Michael Masberg (”Das Herz eines Boxers”), und damit gut auch für junge Zuschauer geeignet - schließlich sei das ein großes Thema für Heranwachsende.
Auf der “sehr sinnlichen Bühne” (Masberg) von Stefanie Dellman entspinne sich eine Dreiecksbeziehung zwischen dem Pflüger, der jungen Frau (Claudia Fritzsche) und dem Müller, bei dem die Suchende zumindest Verständnis für ihre Fragen findet. Die beiden Männer lebten wie in verschiedenen Welten, beschreibt Dramaturgin Julia Dina Heße, “die Frau ist der flirrende Punkt, der immer hin und her springt”.
Neben der Identitätssuche gäb’s auch noch “Sex and Crime”, sagt Masberg, das alles unbeschwert erzählt. Das Stück werfe viele Fragen auf - was er am Theater schätze, wie der 26-Jährige betont: “Aus der Zeit der Antworten sind wir schon lange raus.”Für die Premiere gibt es nur noch Restkarten (zwölf Euro, Tel: 86 78 184). Weitere Vorstellungen (8,50 Euro) von “Messer in Hennen” sind für den 15. und 21. Mai geplant, die letzte gibt’s am 10. Juni. Alle beginnen um 19.30 Uhr.
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Countdown [T-1]: One more day
8.5.2008 von admin.
Wenn die Premiere näherrückt und die Arbeitstage gleichsam kürzer werden, meine ich, darin ein gutes Zeichen zu sehen. Tatsächlich habe ich gerade nicht den Druck, in einer halben Stunden im Theater zu sein, sondern kann mir damit noch zweieinhalb Stunden (sic!) Zeit lassen, ehe vor der Generalprobe am Abend noch ein paar Kleinigkeiten vergezurrt werden.
Der Pressetermin war gestern ein entspanntes Beisammensein; ich bin zuversichtlich, dass wir unsere Sache interessant vertreten haben. Auch Steffi und Claudia, die Ausstatterinnen meines Vertrauens, haben sich tapfer geschlagen, auch wenn sie erst gar nicht mitwollten oder dann am liebsten nichts sagen.
Jetzt heißt es, dem vorletzten Tag ins Auge blicken - und dem letzten, der noch unter meinem unmittelbaren Einfluss steht, ehe ich unsere Arbeit vertrauensvoll in die Hände meiner Schauspieler lege.
ToDo: privat: Wohnungsbesichtigung | Probe: Übergänge und Technisches | oh, ein Nachmittag … | Tonprobe | Generalprobe | Applausordnung | eine schöne Tradition: die Schauspielerin Anna Polke macht ein Photo vom gesamten Team
Ein kleines Bild: Der britische Künstler Dave McKean hat uns in der Vorbereitung und auch während der Arbeit mit seinen Werken inspiriert - so sehr, dass sich in dem Abend auch die eine oder andere kleine Hommage an ihn finden lässt. Nachfolgend ein kleines Beispiel für seine Kunst:

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Countdown [T-2]: Öffentlichkeitsarbeit
7.5.2008 von admin.
Unsere übliche Handhabe, zwei Abende vor der Premiere die zweite Hauptprobe zu machen, gerät ein wenig ins Trudeln - heute Abend spielen Die Ratten, und das bedeutet, dass zwei meiner drei Gaukler im Großen Haus auf der Bühne stehen. Also bin ich somit unmittelbar auf dem Sprung in das Theater zur HPII.
Heute nachmittag steht dann ein Teil der Arbeit auf den Programm, den ich persönlich gar nicht so schlimm finde wie meine Mitstreiter im Regieteam: der Pressetermin. Vielleicht ist es auch nur ein Ausdruck (heimlicher?) Eitelkeit, aber ich mache das gerne. Natürlich soll das, was aus meinen Worten gedruckt wird, in den nächsten Tagen aus seinen Weg in diesen Blog finden. (Auch ein Ausdruck von Eitelkeit.)
ToDo: Hauptprobe II | Pressegespräch | Beleuchtungskorrekturen | irritierenderweise ein nahezu freier Abend
Ein kleiner Zauberspruch: 1841 wurden in der Bibliothek des Domkapitals Merseburg zwei Zauberformeln entdeckt, die ein Jahr später von Jakob Grimm in der Ausgabe Über zwei entdeckte Gedichte aus der Zeit des deutschen Heidenthums veröffentlicht wurden. Diese beiden Zauberformeln sind die einzigen erhaltenen Zeugen germanisch-heidnischer Religiosität in althochdeutscher Sprache.
Der zweite Merseburger Zauberspruch behandelt die Heilung eines Pferdes durch Besprechung - und auch in dieser Funktion auch seinen Weg in unser Stück gefunden:
Phol ende uuodan uuorun zi holza.
du uuart demo balderes uolon sin uuoz birenkit.
thu biguol en sinthgunt, sunne era suister;
thu biguol en friia, uolla era suister;
thu biguol en uuodan, so he uuola conda:sose benrenki, sose bluotrenki, soso lidirenki:
ben zi bena, blout zi bluoda, lid zi geliden,
soso gelimida sin.
Eine Reinübersetzung:
Phol [Balder] und Wodan ritten ins Holz.
Da wurde dem Fohlen Balders der Fuß verrenkt.
Da besprach ihn Sinthgunt, Sunnas Schwester;
da besprach ihn Frija, Vollas Schwester;
da besprach ihn Wodan, wie nur er es verstand:Sei es Knochenverrenkung, sei es Blutverrenkung, sei es Gliedverrenkung:
Knochen zu Knochen, Blut zu Blut, Glied zu Gliedern,
so seien sie fest gefügt.
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